{"id":1121,"date":"2022-03-12T13:52:28","date_gmt":"2022-03-12T12:52:28","guid":{"rendered":"https:\/\/criolloquetzal.ch\/?p=1121"},"modified":"2022-10-23T21:03:35","modified_gmt":"2022-10-23T19:03:35","slug":"agroforstwirtschaft-im-kakaoanbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/criolloquetzal.ch\/de\/schokoladen-blog\/agroforstwirtschaft-im-kakaoanbau\/","title":{"rendered":"Agroforstwirtschaft: Vergangenheit und Zukunft des Kakaoanbaus"},"content":{"rendered":"<h3>Agroforstwirtschaft: Was ist das \u00fcberhaupt und warum ist es die Zukunft des Kakaoanbaus?<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bevor wir \u00fcber die Zukunft sprechen, lassen Sie uns zuerst \u00fcber die Vergangenheit reden! Urspr\u00fcnglich ist der Kakaobaum ein Baum des Unterholzes im Amazonas-Regenwald. Mit anderen Worten: Er w\u00e4chst im Schatten gr\u00f6sserer B\u00e4ume und ist Teil eines vollst\u00e4ndigen, weitgehend autarken \u00d6kosystems.<\/p>\n<p>Bis in die 1970er-Jahre wurde er auch auf diese Weise angebaut, dann erlagen allerdings fast alle Bauern den Sirenenges\u00e4ngen einiger multinationaler Konzerne, welche neue Kakaosorten f\u00fcr den Anbau in der prallen Sonne anboten, die bis zum \u00c4ussersten gez\u00fcchtet wurden, um maximale Ertr\u00e4ge zu erzielen... und dabei (aber das stand da leider nur ganz klein geschrieben) riesige Mengen an Wasser, D\u00fcnger und Pestiziden ben\u00f6tigten!<\/p>\n<p>Die Folgen waren eine immer massivere Entwaldung, eine h\u00e4ufig irreversible Bodendegradation und eine extreme Verarmung der Bauern, eine Situation, die bis heute vor allem in Ghana und an der Elfenbeink\u00fcste anh\u00e4lt, von wo fast 70% der weltweiten Kakaoproduktion stammt.<\/p>\n<p>Es dauerte lange, bis man sich dann vor kurzem bewusst wurde, dass die gesamte Kakaobranche gegen eine Wand gefahren war. Man glaubte, dass die L\u00f6sung in einer rigorosen Auswahl von Kakaobaumsorten liegen w\u00fcrde, die gegen D\u00fcrre und neue Krankheiten resistent sind. Hinzu kam noch die Widerstandsf\u00e4higkeit gegen immer h\u00f6her steigende Temperaturen. Allm\u00e4hlich wurde man sich aber bewusst, dass die einzige, wirklich nachhaltige und effektive L\u00f6sung mithilfe von Agroforstwirtschaftstechniken herbeigef\u00fchrt werden kann, und zwar je nach Situation:<\/p>\n<ul>\n<li>durch das Pflanzen grosser, schattenspendender B\u00e4ume in bestehenden Kakaoplantagen.<\/li>\n<li>durch das Vermeiden von Waldrodung, nur mit dem Ziel Kakaob\u00e4ume zu pflanzen.<\/li>\n<li>durch die Aufforstung gerodeter Fl\u00e4chen und das nur teilweise Roden ausschliesslich der kleinsten B\u00e4ume nach einigen Jahren, um sie durch Kakaob\u00e4ume zu ersetzen.<\/li>\n<li>durch Meiden von Monokulturen nur bestehend aus Kakaob\u00e4umen im Unterholz.<\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-3968 aligncenter\" src=\"https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Agroforesterie-culture-du-cacao-1024x424.jpg\" alt=\"Agroforstwirtschaft Vergangenheit Zukunft Kakaoanbau\" width=\"1024\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Agroforesterie-culture-du-cacao-1024x424.jpg 1024w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Agroforesterie-culture-du-cacao-300x124.jpg 300w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Agroforesterie-culture-du-cacao-768x318.jpg 768w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Agroforesterie-culture-du-cacao-1536x636.jpg 1536w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Agroforesterie-culture-du-cacao-600x249.jpg 600w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Agroforesterie-culture-du-cacao-64x27.jpg 64w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Agroforesterie-culture-du-cacao.jpg 1974w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Agroforstwirtschaft erm\u00f6glicht also eine Reihe von Praktiken, bei denen sch\u00fctzende und bioregulierende B\u00e4ume mit Nutzpflanzen kombiniert werden, um (wieder) selbsttragende \u00d6kosysteme zu schaffen. Der Grund, warum heute versucht wird, die Agroforstwirtschaft erneut einzuf\u00fchren, liegt darin, dass sie eindeutig DIE L\u00f6sung ist, um die Zukunft der lokalen Bauernbev\u00f6lkerung und der gesamten nachhaltigen Schokoladenbranche abzusichern, sowie nicht zuletzt um das Klimas unserer Erde zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Um auch Sie davon zu \u00fcberzeugen, sind die Vorteile dieser Anbaumethode hier kurz zusammengefasst:<\/p>\n<ul>\n<li>Bew\u00e4sserung: Wird nicht ben\u00f6tigt. Es handelt sich um eine selbstversorgende Kultur, f\u00fcr die nur Regenwasser ben\u00f6tigt wird.<\/li>\n<li>Abh\u00e4ngigkeit von Pestiziden: Sehr viel geringer als bei Monokulturen. Biosch\u00e4dlinge werden durch die gemischte Flora auf nat\u00fcrliche Weise reguliert.<\/li>\n<li>Abh\u00e4ngigkeit von D\u00fcngemitteln: Sehr viel geringer als bei Monokulturen, da der nat\u00fcrliche, biologische Kreislauf gef\u00f6rdert wird, das Wasser versickert und organische Stoffe eingearbeitet werden.<\/li>\n<li>Abh\u00e4ngigkeit von den Schwankungen des Weltkakaopreises: Weitgehend abgeschw\u00e4cht, da der Anbau verschiedener Obstbaumsorten auf einer Parzelle im Unterholz den Bauern eine Einkommensdiversifizierung erm\u00f6glicht. Kakaob\u00e4ume k\u00f6nnen bei dieser Form des Anbaus sogar einige Jahre lang brachliegen und dann reaktiviert werden, wenn der Kakaopreis wieder steigt.<\/li>\n<li>Kohlenstoffspeicherung: 18-mal h\u00f6her als bei Monokulturen und damit ein echter Gewinn f\u00fcr das Klima.<\/li>\n<li>Ertr\u00e4ge: Identisch mit denen von Monokulturen (ca. 900 kg pro Hektar).<\/li>\n<li>Lebensdauer der Kakaob\u00e4ume: 50 Jahre, weitaus l\u00e4nger als bei Intensivkulturen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Agroforst-Kakaoanbau ist also wirklich als Synonym f\u00fcr die Zukunft zu betrachten. Die Herausforderung besteht darin, Millionen von Kleinbauern auf der ganzen Welt in dieser Technik auszubilden und die Voraussetzungen f\u00fcr ihre Einf\u00fchrung zu schaffen.<\/p>\n<p>Indem wir ausschliesslich mit lokalen <a href=\"https:\/\/criolloquetzal.ch\/de\/#engagement\">Schokoladenherstellern <\/a>zusammenarbeiten, die sich um die wirtschaftliche, soziale und \u00f6kologische Zukunft ihrer Region sorgen, setzen wir alles daran, diesen \u00dcbergang zu begleiten und der gesamten Branche der nachhaltigen Schokoladenherstellung eine Zukunft zu sichern.<\/p>\n<p>Um sich ausf\u00fchrlicher zu informieren:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fibl.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FIBL<\/a> \u2013 Das Forschungsinstitut f\u00fcr biologischen Landbau FiBL ver\u00f6ffentlicht regelm\u00e4ssig Artikel mit Beispielen von erfolgreich implementierter Agroforstwirtschaft Kakaokulturen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cacaoforest.org\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CACAOFOREST<\/a> \u2013 Eine Organisation, die sich aus verschiedenen Forschungsinstituten und Schokoladenherstellern zusammensetzt und deren gemeinsames Ziel es ist, die Zukunft des nachhaltigen Kakaos zu gestalten (Englisch).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Agroforstwirtschaft: Was ist das \u00fcberhaupt und warum ist es die Zukunft des Kakaoanbaus? &nbsp; Bevor wir \u00fcber die Zukunft sprechen, lassen Sie uns zuerst \u00fcber die Vergangenheit reden! 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