{"id":652,"date":"2022-01-05T14:45:58","date_gmt":"2022-01-05T13:45:58","guid":{"rendered":"https:\/\/criolloquetzal.ch\/unkategorisiert\/un-chocolat-au-gout-tres-amer\/"},"modified":"2022-10-23T21:04:46","modified_gmt":"2022-10-23T19:04:46","slug":"bitter-chocolate-netflix-serie-rotten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/criolloquetzal.ch\/de\/schokoladen-blog\/bitter-chocolate-netflix-serie-rotten\/","title":{"rendered":"Die Episode Bitter Chocolate der Netflixserie Rotten"},"content":{"rendered":"<h3>Die Bitter Chocolate-Episode der Netflix-Serie Rotten<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine der <a href=\"https:\/\/criolloquetzal.ch\/de\/#about\">Hauptaufgaben<\/a> von CriolloQuetzal ist es, die industriellen Ketten des Schokoladenmarktes vollst\u00e4ndig zu umgehen. Diese Idee ist das Herz unseres Projekts: Wir arbeiten ausschliesslich mit <a href=\"https:\/\/criolloquetzal.ch\/de\/schokoladen-blog\/criolloquetzal-und-die-schweizer-bean-to-bar-und-tree-to-bar-schokoladenwelt\/\">Bean-to-bar- und Tree-to-bar-Schokoladenherstellern<\/a> zusammen. Diese beherrschen die gesamte Produktionskette der Schokolade, von der Bohne (Bean) oder dem Baum (Tree) bis zur Schokoladentafel (Bar), und zwar direkt in den Kakaoanbaul\u00e4ndern. Nur so kann eine Schokolade von hoher Qualit\u00e4t garantiert werden, deren gesamte Wertsch\u00f6pfung der lokalen Bev\u00f6lkerung zugutekommt.<\/p>\n<p><strong>Warum?<\/strong><\/p>\n<p>Alles begann, als Thierry, unser Firmengr\u00fcnder, vor einigen Jahren Kakaofarmen in Kolumbien besuchte. Es war das erste Mal, dass er von Bean-to-bar und Tree-to-bar h\u00f6rte, und das Konzept weckte seine Neugier. Diese Entdeckung und die darauffolgenden Nachforschungen \u00f6ffneten ihm die Augen f\u00fcr die Problematik des Kakao- und Schokoladenmarktes in der ganzen Welt. So entstand das Projekt CriolloQuetzal.<\/p>\n<p>Diese Problematiken werden in der Episode <em>Bitter Chocolate<\/em> der Dokumentarserie <em>Rotten<\/em> (<a href=\"https:\/\/www.netflix.com\/title\/80146284\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Netflix<\/a>) wunderbar erkl\u00e4rt und analysiert, indem die Situation in der Elfenbeink\u00fcste, dem gr\u00f6ssten Kakaoproduzenten der Welt, aufgedeckt wird. Hier einige beeindruckende Zahlen: 40% des weltweit konsumierten Kakaos stammt aus der Elfenbeink\u00fcste. Er macht etwa 15% des BIP des Landes aus, sodass zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung auf die eine oder andere Weise f\u00fcr diesen Markt arbeiten! Jedes Jahr werden in der Elfenbeink\u00fcste etwa 2 Millionen Tonnen Kakao produziert.<\/p>\n<p>In der 55-min\u00fctigen Episode, die vollgepackt ist mit haarstr\u00e4ubenden Informationen, wird uns die riesige Kluft zwischen dem Lebensstandard derjenigen, welche die Unternehmen leiten, die also den Kakaomarkt kontrollieren, und dem Lebensstandard derjenigen, die den Kakao produzieren, n\u00e4mlich der Bauern, verdeutlicht.<\/p>\n<p>In der Elfenbeink\u00fcste verdienen diese weniger als einen Dollar pro Tag, w\u00e4hrend die Schokoladenindustrie insgesamt mehr als 100 Milliarden Dollar pro Jahr erwirtschaftet. Zwischen dem Zeitpunkt, an dem der Kakao geerntet wird, und dem Zeitpunkt, an dem die Schokoladentafel hergestellt wird, durchl\u00e4uft das Rohprodukt eine lange Reise und geht durch die H\u00e4nde vieler Akteure, von welchen der nachfolgende immer ein bisschen reicher wird als der vorherige. Die Hauptakteure sind die gigantischen, internationalen Konzerne mit Sitz in Europa oder den USA.<\/p>\n<p>Die Frauen und M\u00e4nner, die diese Rohstoffe liefern, sind in einem System gefangen, aus dem es fast kein Herauskommen gibt. Da ihnen die M\u00f6glichkeiten ausgehen, sind einige unter anderem gezwungen, Naturreservate zu zerst\u00f6ren, um mehr Kakao zu produzieren. Die Elfenbeink\u00fcste soll seit 1990 85% ihrer W\u00e4lder verloren haben, eine wahre \u00f6kologische Katastrophe. Aber wie Antonie Fountain, einer der in <em>Bitter Chocolate<\/em> interviewten Experten, so treffend zusammenfasst: \"Wenn ein verarmter Landwirt eine Wahl treffen muss, ob er den Regenwald erhalten oder seine Familie ern\u00e4hren soll, hat er in Wirklichkeit keine Wahl.\"<\/p>\n<p>Auch Skandale \u00fcber Sklaverei und Kinderarbeit kommen immer wieder ans Licht. Trotz der Emp\u00f6rung der internationalen Gemeinschaft scheint sich wenig zu \u00e4ndern und die Emp\u00f6rung verliert allm\u00e4hlich an Elan... Die Priorit\u00e4ten der Regulierungsbeh\u00f6rden und Regierungen sind klar: Der Kakao muss um jeden Preis zirkulieren (wortw\u00f6rtlich). Die Arbeitsbedingungen auf nationaler oder gar globaler Ebene zu regulieren und zu kontrollieren, w\u00e4re kostspieliger und weitaus weniger rentabel.<\/p>\n<p>Hinzu kommen Gewalt, Korruption, harte Arbeit und die Tatsache, dass alle, die an dieser prek\u00e4ren Lieferkette beteiligt sind, st\u00e4ndig mit ansehen m\u00fcssen, wie der Kakaopreis an der B\u00f6rse schwankt - nat\u00fcrlich auf ihre Kosten: Wenn der Kakao morgen 50% seines Wertes verlieren w\u00fcrde, w\u00fcrde sich der Preis f\u00fcr industrielle Schokoladentafeln nicht einen Cent bewegen. Der grosse Schokoladenhersteller w\u00fcrde einfach mehr Geld verdienen, weil der Preis f\u00fcr den Rohstoff gesunken w\u00e4re. Die Bauern in Ghana, Kolumbien oder Indien hingegen w\u00fcrden 50 % weniger verdienen. Eine schiere Ungerechtigkeit, da braucht man nicht weiter zu suchen.<\/p>\n<p>Abschliessend m\u00f6chte ich Henk Jan Beltman von Tony's Chocolonely zitieren, einer Schokoladenmarke mit Sitz in den Niederlanden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, 100 % sklavenfreie Schokolade zu produzieren. Beltman argumentiert in den ersten Minuten von <em>Bitter Chocolate<\/em>, dass Schokolade das beste Nahrungsmittel ist, das es gibt, und dass es unsere Pflicht ist, zu wissen, woher der Kakao kommt. \"Wenn man weiss, was am Anfang der Lieferkette passiert, ist es unm\u00f6glich, Schokolade zu geniessen\".<\/p>\n<p>Er hat recht. Seine Aussage wird in der gesamten Dokumentarserie belegt, und falls das noch nicht klar war, k\u00f6nnen wir sie Ihnen w\u00e4rmstens empfehlen! Jeder kann viel lernen, und ich hoffe, dass das Anschauen dieser Episode viele Menschen dazu bewegen kann, ihre Konsumgewohnheiten zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Zum Schluss m\u00f6chte ich Sie jedoch beruhigen: Es ist nicht alles negativ. <em>Bitter Chocolate<\/em> stellt uns auch mehrere Akteure vor, die sich der Ungerechtigkeiten auf dem Kakaomarkt sehr bewusst sind und versuchen, Alternativen zu finden. Einige dieser Akteure liste ich unten auf.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen viel Spass beim Anschauen und eine leckere Tafel Schokolade aus unserem Shop mit der Sie aktiv etwas ver\u00e4ndern k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3992 size-large\" src=\"https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Netflix-Rotten-Docuseries-1024x461.jpg\" alt=\"Episode Bitter Chocolate Netflixserie Rotten\" width=\"1024\" height=\"461\" srcset=\"https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Netflix-Rotten-Docuseries-1024x461.jpg 1024w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Netflix-Rotten-Docuseries-300x135.jpg 300w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Netflix-Rotten-Docuseries-768x346.jpg 768w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Netflix-Rotten-Docuseries-1536x692.jpg 1536w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Netflix-Rotten-Docuseries-600x270.jpg 600w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Netflix-Rotten-Docuseries-64x29.jpg 64w, https:\/\/criolloquetzal.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Netflix-Rotten-Docuseries.jpg 1709w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.voicenetwork.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">VOICENETWORK<\/a> Eine NRO, die sich f\u00fcr eine Reform des Kakaosektors einsetzt. Antonie Fountain, den ich in dem Artikel zitiert habe, ist ihr Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.orlaryan.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ORLARYAN<\/a> \u00d3rla Ryan ist eine Journalistin irischer Abstammung. Sie ist eine der Expertinnen, die in <em>Bitter Chocolate<\/em> interviewt werden, und hat mit <em>Chocolate Nations<\/em> ein Buch geschrieben, das die Schrecken der Kakaoindustrie detailliert aufzeigt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tonyschocolonely.com\/int\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">TONYSCHOCOLONELY<\/a> Die Webseite von Tony's Chocolonely. Auf ihrer Newsseite ver\u00f6ffentlichen sie regelm\u00e4ssig Artikel und Nachrichten, sowohl \u00fcber ihr Projekt als auch \u00fcber den Kakaosektor rund um die Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bitter Chocolate-Episode der Netflix-Serie Rotten &nbsp; Eine der Hauptaufgaben von CriolloQuetzal ist es, die industriellen Ketten des Schokoladenmarktes vollst\u00e4ndig zu umgehen. Diese Idee ist das Herz unseres Projekts: Wir arbeiten ausschliesslich mit Bean-to-bar- und Tree-to-bar-Schokoladenherstellern zusammen. 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